Schluss mit den Giften im Wasser!

Was sind PFAS und warum sind sie so gefährlich?

PFAS werden wegen ihrer besonderen Eigenschaften seit Jahrzehnten in zahlreichen Alltagsprodukten eingesetzt. Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie extrem widerstandsfähig gegenüber Hitze, Säuren und Laugen. Genau diese Widerstandsfähigkeit macht sie jedoch zu einem massiven Umweltproblem: PFAS bauen sich nicht ab. Einmal freigesetzt, verbleiben sie über Jahrzehnte in der Umwelt. Deshalb werden sie auch Ewigkeitschemikalien genannt.

PFAS gelangen überall in die Umwelt

PFAS finden sich heute in Gewässern, Böden und in der Luft und sie reichern sich auch im menschlichen Körper an. Hier ein paar erschütternde Fakten:

PFAS gefährden unsere Gesundheit

Einige PFAS stehen im Verdacht, schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu verursachen. Studien bringen sie mit Krebs, Störungen des Hormon- und Immunsystems sowie mit Fruchtbarkeitsproblemen in Verbindung. Besonders alarmierend: Die Stoffe reichern sich im Körper an und werden nur sehr langsam wieder ausgeschieden. Laut einer Studie der EU-Kommission könnte fast jeder sechste Europäer künftig eine gesundheitlich relevante PFAS-Belastung aufweisen.

Ein konkretes Beispiel: Prostatakrebs bei Feuerwehrmännern

Laut einer Studie wird bei Feuerwehrmännern mit einer 1,21-mal höheren Rate Prostatakrebs diagnostiziert als in der Allgemeinbevölkerung, möglicherweise aufgrund der Exposition gegenüber Rauch, aber auch gegenüber PFAS-haltigem Feuerlöschschaum bei der Brandbekämpfung.

Hohe Kosten für Kommunen und Verbraucher*innen

Die Entfernung von PFAS aus dem Trinkwasser ist technisch extrem aufwendig und sehr teuer. Die Kosten der PFAS-Verschmutzung werden laut Europäischer Kommission in Europa je nach Szenario auf 330 Milliarden bis 1,7 Billionen Euro bis 2050 geschätzt. Diese Kosten drohen am Ende bei Kommunen und Verbraucher:innen zu landen und damit bei uns allen.

Vorbeugen statt teuer reinigen

Der effektivste Schutz vor PFAS im Trinkwasser ist, ihren Eintrag in die Umwelt konsequent zu minimieren. Wenn keine weitreichenden Maßnahmen ergriffen werden, könnten in den kommenden Jahrzehnten Millionen Tonnen zusätzlicher PFAS in die Umwelt gelangen. Deshalb arbeitet die EU derzeit an einem umfassenden Verbot von über 10.000 PFAS-Substanzen. Weniger PFAS bedeuten weniger Belastung für Umwelt und Gesundheit und deutlich geringere Kosten für kommunale Wasserwerke. Seit dem 12. Januar 2026 müssen diese die PFAS-Werte im Trinkwasser überwachen.

Klare Regeln schaffen Innovation

Strenge und klare Regeln schützen nicht nur Mensch und Umwelt, sie fördern auch Innovation. Unternehmen in den USA und China investieren bereits massiv in PFAS-freie Alternativen. Europa kann und muss hier entschlossen vorangehen mit einer Chemikalienpolitik, die Gesundheit schützt, Umwelt bewahrt und nachhaltige Innovationen möglich macht.

Darum braucht es die REACH-Revision!

Die aktuelle EU-Chemikaliengesetz (auch REACH genannt) ist über 20 Jahre alt und muss dringend modernisiert werden. Ziel muss es sein, Chemikalien sicher zu machen, transparent zu gestalten und nachhaltig zu regulieren.

Was sich ändern muss?

  • Gefährliche Stoffe schneller erkennen und verbieten
  • Stoffgruppen wie PFAS früher regulieren
  • Cocktail-Effekte berücksichtigen: Chemikalien wirken oft erst in Kombination gefährlich
  • Wasser, Böden und Luft besser schützen
  • Moderne Testmethoden statt unnötiger Tierversuche
  • Transparenz für Verbraucher:innen: Was steckt in Produkten und im Wasser?

Eine starke REACH-Reform schützt Umwelt, Gesundheit und fördert Innovation und Kreislaufwirtschaft. Aber: Das Gesetz zu öffnen, birgt auch Risiken. Denn die Chemieindustrie möchte viele Regelungen in REACH, die Bürger:innen und Beschäftigte schützen, aufweichen.

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