Sauberes Wasser für alle: Wer verschmutzt zahlt!

Sauberes Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Doch unsere Gewässer stehen unter massivem Druck: Medikamente, Pestizide, Industriechemikalien und Kosmetikrückstände gelangen täglich in Flüsse, Seen und in unser Grundwasser. Die überarbeitete EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) soll genau hier ansetzen und unser Wasser besser schützen.

Unsere Gewässer in der Krise

Laut Europäischer Umweltagentur waren 2021 nur rund 30 % der EU-Oberflächengewässer in einem guten chemischen Zustand. Das zeigt: Die bisherigen Regeln reichen nicht aus.

Die vierte Reinigungsstufe: Mehr Schutz fürs Wasser

Bis 2045 sollen große Kläranlagen verpflichtet werden, eine vierte Reinigungsstufe einzuführen. Damit können Mikroverunreinigungen wie

  • Medikamentenrückstände
  • Pestizide
  • Industriechemikalien

weitgehend aus dem Abwasser entfernt werden.

Aber: Selbst moderne Technik stößt an Grenzen. Besonders problematische Stoffe wie PFAS (auch Ewigkeitschemikalien genannt) lassen sich nicht vollständig herausfiltern. Umso wichtiger ist es, zu verhindern, dass sie in unser Wasser gelangen. Ein weitreichendes Verbot würde dazu beitragen, dass wir unser Wasser mit großem Aufwand und extremen Kosten reinigen müssen.

Verursacherprinzip stärken, Bürger*innen entlasten

Die Finanzierung der vierten Reinigungsstufe muss fair erfolgen: Pharma- und Kosmetikindustrie, die den Großteil der Mikroverunreinigungen verursachen, sollen mindestes 80 % der Kosten tragen.

Es muss klar sein: Wer unser Wasser verschmutzt, muss auch für die Reinigung zahlen und nicht die Allgemeinheit.

Trinkwasser schützen

Abwasserqualität ist Trinkwasserschutz:  In Deutschland stammen rund 30 % des Trinkwassers direkt oder indirekt aus Oberflächengewässern wie Seen, Flüssen und Talsperren. Schlechter Gewässerschutz bedeutet höhere Kosten und größere Gesundheitsrisiken für uns alle.

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